WAS IST KREBS & WIE ENTSTEHT ER?

Unter dem Begriff Krebs wird eine große Gruppe von bösartigen Tumoren (maligne Neoplasien) zusammengefasst, die in fast jedem Organ oder Gewebe des Körpers auftreten können.

Der Körper des Menschen ist aus unzähligen Zellen aufgebaut. Damit wir gesund bleiben, müssen die Zellen regelmäßig erneuert werden. Alte und beschädigte Zellen sterben ab. Krebszellen sind fehlerhafte Zellen im Körper, die sich unkontrolliert teilen, obwohl keine neuen Zellen benötigt werden. Für gewöhnlich erkennt das Immunsystem Krebszellen und tötet diese ab. Allerdings sind manche Krebszellen so mutiert, dass sie vom Immunsystem nicht erkannt werden. So können sie sich unkontrolliert immer weiter teilen.

Bisher lassen sich noch nicht für jede Krebserkrankung konkrete Ursachen feststellen. Auslöser für die Entstehung von Krebs können eine ungesunde Lebensweise wie zum Beispiel Rauchen, mangelnde Bewegung, hoher Alkoholkonsum und schlechte Ernährung sein. Auch Umwelteinflüsse oder Infektionskrankheiten wie HPV (Humane Papillomaviren) oder Hepatitis B und C können zu einer Krebserkrankung führen. Ebenso können auch angeborene Defekte am Erbmaterial der Auslöser für eine Krebserkrankung sein.

Wird eine Krebserkrankung in einem frühen Stadium entdeckt, erhöht sich die Chance auf eine erfolgreiche Behandlung. Die Früherkennungsmaßnahme, auch Screening genannt, spielt eine wichtige Rolle. Durch Screening können Patienten in einem frühen Krebsstadium identifiziert werden, bevor sie an Beschwerden leiden. Dazu werden Patienten ab einem bestimmten Alter regelmäßig untersucht. Beispiele für Krebsfrüherkennungsprogramme in Österreich sind die Mammographie bei Frauen zwischen 45 und 69 Jahren und die jährliche Untersuchung der Haut und der Muttermale beim Dermatologen.  

THERAPIEFORMEN VON KREBS

Für die Behandlung von Krebs steht eine Reihe therapeutischer Möglichkeiten zur Verfügung, die sowohl alleine, als auch kombiniert zum Einsatz kommen können. MSD ist Vorreiter in der Erforschung von immunonkologischen Therapien – eine der innovativsten Behandlungsmöglichkeiten von Krebstherapien. 

IMMUNTHERAPIE

Die Grundidee der Immuntherapie ist das körpereigene Immunsystem wieder zu aktivieren um die Krebszellen zu bekämpfen und somit den Krebs behandelbar zu machen. Eine Variante dieser Immuntherapie stellt den Einsatz therapeutischer Antikörper dar. Krebszellen können die Eigenschaft erwerben, an ihrer Oberfläche Moleküle zu präsentieren, deren Aufgabe es ist, Immunzellen abzuschalten und damit eine Bekämpfung zu verhindern. Diese Antikörper nutzen nun diesen Mechanismus gezielt aus: Sie blockieren und verdecken diese Oberflächen-Moleküle und schalten dadurch den Tarnmodus der Krebszellen aus. Immunzellen können nun wieder Krebszellen als entartete Zellen erkennen und versuchen diese zu beseitigen.

ZIELGERICHTETE THERAPIE

Die zielgerichtete Therapie setzt an Zellabläufen an, die beim der Tumorentwicklung eine Rolle spielen. Viele Abläufe im menschlichen Körper werden durch chemische Signale vermittelt. Ein Botenstoff bindet an ein Empfängermolekül und löst so eine Reaktion aus – zum Beispiel Wachstum oder Zellteilung. Einige Krebsarten produzieren sehr viele Empfängermoleküle und bekommen so ständig das Signal, sich zu teilen und zu wachsen. Zielgerichtete Therapien hemmen gezielt diese Signalweiterleitung und bekämpfen so das weitere Wachstum des Tumors.

CHEMOTHERAPIE

Krebszellen unterscheiden sich von gesunden Zellen durch viele Eigenschaften. Unter anderem haben Krebszellen einen höheren Stoffwechsel und teilen sich viel schneller als gesunde Körperzellen. Diese Eigenschaft wird bei der Chemotherapie ausgenutzt. Krebszellen nehmen Chemotherapeutika auf und können dadurch geschädigt und abgetötet werden. Allerdings wirkt das Medikament auch auf gesunde Zellsysteme, die sich auch sehr schnell teilen. Deshalb können bei Chemotherapien zum Beispiel die Haare ausfallen.

RADIOTHERAPIE

Radioaktive Strahlung schädigt dosisabhängig menschliche Zellen. Dieser Effekt wird bei der Radiotherapie genutzt, um einen Tumor gezielt zu bestrahlen und zu schädigen.

CHIRURGISCHE THERAPIE

Chirurgische Eingriffe haben vor allem im frühen Stadium einer Krebserkrankung einen hohen Stellenwert und können besonders bei lokal begrenzten Tumoren große Erfolge erzielen. Die alleinige Entfernung eines Tumors reicht aber oft nicht aus. Abhängig von der Tumorart werden dann noch weitere Therapien durchgeführt. Ebenso kann vor einer Operation eine andere Therapieform angewendet werden, um den Tumor zu verkleinern und so die Operation zu erleichtern oder überhaupt erst zu ermöglichen.

 

 

Eine Krebserkrankung, besonders im fortgeschrittenen Stadium, ist für fast alle Patienten mit einschneidenden Veränderungen in ihrem Leben verbunden. Deshalb ist es wichtig, Patienten in dieser schwierigen Phase ein möglichst normales und schmerzfreies Leben zu ermöglichen. Supportive Therapien beispielsweise gegen Übelkeit und Schmerzen sowie eine psychoonkologische Betreuung und Rehabilitation unterstützen die Patienten dabei.

 

QUICK FACTS

2018 wurden weltweit ca. 18 Mio. Krebsneuerkrankungen dokumentiert

In Österreich erkranken jährlich etwa 40.000 Menschen an Krebs

Durch gute Früherkennungsstrategien und Vermeidung von Risikofaktoren könnten laut WHO 30 – 50 % der Krebserkrankungen vermieden werden.

 

WIR WOLLEN PATIENTEN HOFFNUNG SCHENKEN

Unser Ziel ist es, einen entscheidenden Beitrag zur Behandlung und Bekämpfung von Krebs zu leisten. Darum setzen wir unter anderem auf die Erforschung innovativer Medikamente und neuer Behandlungsmethoden im Bereich Immunonkologie.

Über die wissenschaftliche Forschung hinaus engagieren wir uns für Aufklärung zum Thema Krebs. In unserem Projekt „Mehr Momente zählen“ bieten wir wissenswerte Informationen zur Krebstherapie und Antworten auf häufige Fragen.